Volle Kirche zur Investitur von Pfarrer Tobias Streit

19.01.2026 |

In einem fröhlichen und bewegenden Gottesdienst wird auch das neue Kernteam der Kirchengemeinde Kraichgau begrüßt
Sinsheim. Seit ersten Januar 2026 gehören sie gemeinsam zur neuen Kirchengemeinde Kraichgau: nun erlebten am Samstag die Katholikinnen und Katholiken von Neckargemünd im Norden bis Eppingen im Süden, aus Bad Rappenau, Waibstadt und all den kleinen Ortschaften dazwischen gemeinsam den ersten feierlichen Gottesdienst in Sinsheim.

Sie feierten die Investitur, quasi die Amtseinführung, ihres Leitenden Pfarrers Tobias Streit. Offiziell in ihr Amt gestartet sind auch der Stellvertretende Leitende Pfarrer Lukas Biermayer und die Leitende Referentin Julia Powelske, die mit Streit das sogenannte Kernteam der Kirchengemeinde bilden. Deren Verwaltung übernehmen der Pfarreiökonom Markus Sager und sein Stellvertreter Dominik Nilewski. Auch sie wurden nun offiziell in ihrem Amt begrüßt.
 
Ein besonderes Gefühl kommt immer auf, wenn eine große Kirche wie St. Jakobus in Sinsheim bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Feierliches Orgelspiel verstärkte den Eindruck an diesem Abend noch, als zu Beginn des Gottesdienstes über 50 Ministrantinnen und Ministranten aus den verschiedenen Gemeinden gemeinsam mit Priestern und Diakonen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Pastoralteams, Pfarreiökonomen und dem Pfarreirats-Vorstand der neuen Kirchengemeinde einzogen.
 
Sie alle fanden ihren Platz im Altarraum, bevor Pfarreiratsvorsitzende Angelika Grünberger alle Anwesenden begrüßte, besonders Generalvikar Christoph Neubrand, der aus Freiburg in den Kraichgau gekommen war. „Unsere Kirche ist ein lebendiger Organismus, der sich weiterentwickelt“, so Grünberger. Sie forderte die Anwesenden auf, in der neuen organisatorischen Struktur aufeinander zuzugehen und zuversichtlich auf die Neuerungen zu schauen.
 
Die erste und wichtige Aufgabe des Generalvikars war im Anschluss daran das Verlesen der Investitururkunde im Auftrag von Erzbischof Stephan Burger, um Pfarrer Streit feierlich in sein Amt einzuführen. Umrahmt vom Kernteam und dem Verwaltungsvorstand legte er stellvertretend für alle Mitarbeitenden, die für die Leitung der Pfarrei Verantwortung tragen, das Investiturversprechen ab. Gemeinsam sprachen sie das Glaubensbekenntnis.
 
Neubrand verlas außerdem die Grußworte des Erzbischofs an die neue Kirchengemeinde Kraichgau. Er verwies auf die besondere Verantwortung, die das Amt des Leitenden Pfarrers für Tobias Streit mit sich bringt und bat die Gemeindemitglieder um eine vertrauensvolle Aufnahme und persönliches Engagement.
 
Bereits im Jahr 2019 startete die Erzdiözese Freiburg den Prozess der „Kirchenentwicklung 2030“. Ein Ergebnis dieses Prozesses sind die im Januar 2026 neu errichteten 36 Großpfarreien ist. Eine davon ist St. Jakobus, Sinsheim oder staatsrechtlich und umgangssprachlich als Kirchengemeinde Kraichgau bezeichnet. Vieles sei zu Beginn unklar gewesen, manches „schlug Haken wie ein Hase“, so Generalvikar Neubrand. Er wies darauf hin, dass die Kirchenentwicklung „eigentlich nie fertig ist“. Er bedankte sich bei allen, die am Prozess mitgearbeitet haben. „Heute feiern wir, dass wir eine Gemeinschaft sind. Der erste Januar war der Neubeginn, den Sie nun mitgestalten können“, forderte er die Anwesenden auf.
 
Für die politischen Vertreter überbrachte der Sinsheimer Oberbürgermeister Marco Siesing das Grußwort. Kirche sei ein Ort für Begegnung, soziales Engagement oder auch Bildungsarbeit. Sie trete immer leise auf, nicht laut, und biete ihre Dienste an. Auch Siesing sieht in den neuen Strukturen trotz tiefgreifender Veränderungen neue Möglichkeiten der Gemeinschaft. Er wünschte Pfarrer Streit und dem gesamten Team viel Kraft für ihre künftigen Aufgaben.
 
Dankesworte des neuen Leitenden Pfarrers Tobias Streit und der Pfarreiratsvorsitzenden Angelika Grünberger gingen an alle, die bei der Vorbereitung und Durchführung des festlichen Gottesdienstes geholfen und mitgewirkt hatten.
 
Fröhlich und feierlich zugleich war die musikalische Gestaltung dieses Gottesdienstes. Unter der Gesamtleitung von Thomas Stenchly hatte sich ein Projektchor mit vielen Mitgliedern aus beinahe 20 Chören der neuen Kirchengemeinde gebildet. Auch der Gospelchor Joy aus Waibstadt trug seinen musikalischen Teil zum Abend bei. Kantor Wolfgang Werkmann und Organist Mario Peters begeisterten ebenfalls durch ihr Können, wie der langanhaltende Beifall der Gottesdienstbesucher am Ende zeigte.
 
Der sich anschließende Empfang bot dann noch ausgiebig Gelegenheit zu Begegnung und anregenden Gesprächen.